Chancen für den Feldhasen, aber nicht für das Auerhuhn : Vortrag beim Bayerwaldverein

 

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Die Feldlerche (rechts) kommt bei uns immer weniger vor, die Feldhasenpopulation ist zufriedenstellend.


Förster Zach referierte über die Natur im Landkreis

Als sehr kompetenten Kenner des Waldes und der Natur kündigte Martin Graf, Vorsitzender des Bayerischen Wald-Vereins, Sektion Mitterfels, den Förster Peter Zach an. Er hielt im Gasthof Gürster einen Bildervortrag zum Thema "Aktueller Naturzustand im nördlichen Landkreis". 

Peter Zach, Konzell, ist seit 33 Jahren als Förster für den größten Teil des Forstes im nördlichen Landkreis Straubing-Bogen zuständig und ist von einer Leidenschaft für Pflanzen, Tiere und Fotografie erfüllt. Die Zuhörer erhielten in Wort und Bild einen umfassenden Einblick in die Besonderheiten von Fauna und Flora im nördlichen Landkreis und staunten über den Artenreichtum in Wald und Flur.

 

Aber nicht nur Vogelarten wie Feldlerche, Kiebitz, Rebhuhn oder der Brachvogel, sondern auch zahlreiche Pflanzen seien vom Aussterben bedroht, sagte Zach. "Es ist zu befürchten, dass viele unserer Tier- und Pflanzenarten schon in den nächsten 20 bis 30 Jahren ausgestorben sind", so Zach.

 

Zuerst ging er auf die Unterschiede zwischen dem Gäuboden und den Waldbeständen nördlich der Donau ein und zeigte Bilder von den Wäldern am Hirschenstein oder bei Elisabethszell. Der artenreiche Mischwald ist Lebensraum für zahlreiche seltene Tiere und Pflanzen, sagte Zach. Allerdings habe sich in den vergangenen 33 Jahren viel verändert. Das Naturbewusstsein der Waldbesitzer sei gestiegen, der Wald werde vom reinen Nadelwald zum Mischwald umgebaut, wichtige Biotopräume würden geschaffen. Dazu gehören laut Zach auch Totholz- und Höhlenbäume, wichtige Lebensräume für viele Insekten und Vögel. Zur biologischen Vielfalt gehören auch offene Flächen mit Streuobstwiesen, mit Hecken und Steinmauern.

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Breitblättriges Knabenkraut und Fieberklee auf den Nasswiesen im Kurpark von Sankt Englmar


Ein besonders interessantes Gebiet sei der Kurpark von Sankt Englmar, wo es noch große Vorkommen des weißen Fieberklees und des lila Knabenkrauts gibt. erklärte Zach. Diese und andere geschützte Flächen werden in enger Zusammenarbeit mit dem Landschaftsschutz gepflegt. Selten geworden sind das Sumpfherzblatt, die gelb blühende Schwarzwurzel, die Türkenbundlilie oder die Schwarze Teufelskralle. Vorkommen von Trollblumen, die in voller Pracht und Blüte gezeigt wurden, würden häufig von Privatleuten gepflegt und seien gesichert, sagte Zach. Selten geworden seien aber eine Wiese voller Schlüsselblumen und die Arnika, die nur in höheren Berglagen anzutreffen ist. Orchideen wie die Weiße Waldhyazinthe oder das extrem seltene Hollunderknabenkraut stehen im Artenschutzprogramm und dürfen nicht gepflückt werden, sagte Zach. Alle diese seltenen Pflanzenarten seien sehr empfindlich gegen Düngung. Der Stickstoffeintrag über die Luft sei jedoch immer noch sehr hoch. .

 

Nach einem kurzen Streifzug in die Welt seltener Insekten und Schmetterlinge zeigte Zach, wie Biber ein Biotop positiv verändern können. Sie schaffen neue Lebensräume beispielsweise für den selten gewordenen Laubfrosch, für Erdkröten und Heuschrecken. Zach berichtete von Feldhasen, deren Bestand sich allmählich erholt, zeigte Füchse und den selten gewordenen Dachs oder den scheuen Luchs. Keine Zukunft gab Zach den wenigen Exemplaren von Auerhühnern am Hirschenstein. Sie seien sehr störungsempfindlich. Sehr positiv wirke sich der naturnahe Waldbau für die Vogelwelt aus. Zach informierte über Lebensräume und Gewohnheiten von seltenen Vogelarten wie Uhu, Neuntöter, Schwarzstorch oder Goldammer und die weniger seltenen Tauben- und Spechtarten, Greifvögel und Meisen. Seidenschwänze, Bewohner der Taiga, seien im Winter 2012 zahlreich zu sehen gewesen. Aber viele Vogelarten sind nicht nur seltener geworden, sondern vom Aussterben bedroht. Viele leiden unter der intensiven Bodennutzung und der zu frühen und häufigen Wiesenmahd. Zach wies darauf hin, dass es ein Programm für Landschaftsschutz auf freiwilliger Basis gibt, das kaum genutzt wird.

Bericht : erö ( SR-Tagblatt 18.2.13, Seite 17)

 

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