Kulturpionierin mit Leidenschaft

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Sigrun Baumann nach 30 Jahren Engagement im Kulturverein verabschiedet

Einen wahrhaft großen Abschied bereiteten Freunde, Künstler und die Vereinsmitglieder „ihrer“ Vorsitzenden Sigrun Baumann, die nach 30 Jahren den Vorsitz des Verkehrs- und Kulturvereins Mitterfels niederlegte.

Viele Redner machten deutlich, wie sehr Sigrun Baumann das kulturelle Leben in der Marktgemeinde geprägt und bereichert hat. Im Rahmen eines Festaktes im Waldgasthof Stompe mit einer kleinen Kunstausstellung und dem Duo „Zwoaraloa“ wurde sie verabschiedet.

Es gab auch ein festliches Barockkonzert in Erinnerung an den Museumsgründer Sepp Brembeck. Seit dreißig Jahren ziehen die Veranstaltungen von Sigrun Baumann und ihren Mitstreitern viele Besucher aus nah und fern an. In der Geschichte habe häufig Gewalt dominiert, doch die Kultur habe die Menschen immer wieder dazu angeleitet, zu humanen Umgangsformen zurückzufinden und ihr Leben zu genießen, betonte Laudator Wolfgang Hammer. Bewundernswert seien Quantität und Qualität des kulturellen Angebots des Verkehrs- und Kulturvereins Mitterfels. Kultur aus aller Welt Dem Verein sei es einmal um das Thema Bewegungen gegangen mit Ballettdarbietungen, der Mitterfelser Redoute und anderen Tanzvorführungen. Ein zweites Standbein des Vereins habe fest in der Heimat gewurzelt: Der Verein pflegte nicht nur die Kultur des „ernsten Gesichts“, sondern betrieb auch die Pflege der fröhlichen, echten Volkskultur. Ob klassische Musik aus Nepal, ein internationales Musikseminar mit Elizabeth Hagenah aus Boston oder Konzerte mit weltberühmten Solisten – für Sigrun Baumann sei keine Schwierigkeit zu groß gewesen, um solche Ereignisse nach Mitterfels zu holen.

Dafür habe sie sich ein weltweit gespanntes Netz von Beziehungen erarbeitet, auch zur Unesco. Hammer wies darauf hin, wie effektiv Sigrun Baumann mit Josef Brembeck den Auf- und Ausbau des Museums betrieben und zu einem lebendigen Ort des kulturellen Lebens gemacht habe. Auch Sigrun Baumann ließ die 30 Jahre ihres Vereinslebens Revue passieren. Als sie 1988 den Verein übernahm, habe sie keine Ahnung vom Vereinswesen gehabt, aber bereits volksmusikalische Veranstaltungen und Seminare organisiert.

 

Der damalige Bürgermeister Werner Lang habe ihr ein Jahr später die Leitung des Verkehrsamtes übertragen – „das wurde ein großer Erfolg“. 1992 seien die Kunstausstellungen dazugekommen, die sich bis 2018 fortgesetzt hätten, so Baumann, die auch voll des Lobes über ihre Mitstreiter mit Toni Stangl an der Spitze war. Baumann erinnerte an Musikseminare, auch internationale, die Welt war jetzt im kleinen Mitterfels zu Hause, an Musikfahrten bis in die USA, nach Michigan und Wisconsin, an eine Kunstausstellung in Zusammenarbeit mit BMW. Bei diesen und den zahlreichen Veranstaltungen in der Gemeinde wie Modeschauen, Gästebetreuung im Museum, Gartenfestival oder Kunstsymposium seien ihre Kontakte als Verkehrsamtschefin sehr hilfreich gewesen. Ein Bilderrückblick von Wolfgang Hammer, auch auf die letzte Kunstausstellung im Haus des Gastes zum Mitterfelser Märchenjahr 2018, führte die wichtigsten Ereignisse noch einmal vor Augen.

 

„Kultur aufgebaut“

 

 

Viele Grußwortredner erinnerten sich: Landrat Josef Laumer würdigte die Pflege der Heimatkultur durch Sigrun Baumann mit der Möglichkeit für Künstler, ihre Werke auszustellen. MdL Josef Zellmeier sprach von der großen Leidenschaft Baumanns zu internationaler und heimischer Kunst und Kultur. „Die Welt ist nähergerückt.“ Sigrun Baumann habe in Mitterfels die Kultur aufgebaut und gefördert und sich mit viel Herzblut engagiert, meinte Bürgermeister Heinrich Stenzel. Baumann sei eine Kulturpionierin mit Leidenschaft für die Region, sagte Bezirkstagsvizepräsident Franz Schedlbauer, und Ursel Ingelfinger dankte ihrer Vorsitzenden für den unendlichen Ideenreichtum, den man gemeinsam verwirklicht habe. Ihr gebühre ein Ehrenplatz in der Gemeinde. In Versform sagte Erich Gruber von der Gemeinschaft Bildender Künstler Straubing Dank und würdigte Baumanns Lebensleistung.

 

Bericht und Bild : erö (SR-Tagblatt, 27.11.2019)

 

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