Django Asül begeisterte im Wirtsstadl

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    Von Grantlern und Türken - Django Asül begeisterte im Wirtsstadl

     

    Ein Insidertipp für Kabarettfreunde sind längst die Kabarettabende im Wirtsstadl von Traudl und Norbert Gürster in Mitterfels-Scheibelsgrub. Hier treten seit einigen Jahren Kabarettisten wie Michl Müller und Pierre Ruby oder Gruppen wie "Monaco Bagage" auf.

     

    Jetzt war Star-Kabarettist Django Asül zu Gast im ausverkauften Wirtsstadl - und kam, plauderte und siegte. Schon von der ersten Minute an sorgte er für Begeisterung und Lachtränen im Publikum: Er zeigte sich mit der Mitterfelser Geschichte durchaus vertraut, freute sich über junges Publikum in der ersten Reihe - "seid's ihr etwa freiwillig ohne Eltern hier?" - und fabulierte auf seine unnachahmliche Art über Bayerische, Berliner und europäische Politik. Intelligent, charmant, süffisant und schnell im Denken verlangt Django Asül seinen Zuhörern einiges Mitdenken ab.

     

    Er kennt seine Politiker und nennt die Dinge beim Namen: Den Wankelmut von Merkel, die konstante Flexibilität von Seehofer. Blitzschnell wird ein Bogen geschlagen von Stuttgart 21 zu den Missständen beim Berliner Flughafenbau - Vorschlag Django Asül: "Wenn's nicht anders geht, wird er halt ein Bahnhof", - oder legt in seinem neuen Programm "Paradigmenwechsel " eine ganz spezielle Sicht auf die Dinge des Lebens dar.

     

    Ganz locker spricht er über eine verkehrte Welt: Mit digitalgeschädigten Kindern, die mit Ritalin ruhiggestellt und mit Red Bull aufgeweckt werden, bringt in einem Halbsatz ein Grundproblem von Schulen unter - "die Hälfte der Kinder ist grantig, die andere "migrantig", - prangert falsche oder falsch verstandene Hilfsbereitschaft an. Als niederbayerischer Türke ist Django Asül ein Kuriosum an sich. Und das nützt er weidlich aus. Köstlich spielt er Wirtshausszenen, in denen er die niederbayerischen Grantler, die Stammtischbrüder und Gscheidhaferln so richtig schön aufs Korn nimmt. Er schaut dem Volk aufs Maul, und alle lachen. Django Asül darf auch, was sonst keiner so leicht darf - seine eigenen Landsleute aufs Korn nehmen. Spannend ist die Schilderung vom Deutschwerden eines Türken und der Schwere der Verantwortung, die auf die Schultern drückt. Da werden Wahrheiten ausgesprochen, die unbequem sind und nicht gern gehört werden. Django Asül gelingt wie spielend der Spagat zwischen Witz und Kritik, und das geht so schnell, dass die Spitzen unter dem Spaß manchmal überhört werden. Sonst würde dem Zuhörer oft das Lachen im Hals steckenbleiben.

     

    Bericht : erö (SR-Tagblatt, 3.6.13), Bild : wikipedia.de

     

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