Zwirbeldirn begeisterten Publikum mit rasanter Musik und Humor

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    Einen schwungvollen, ver­gnüglichen Abend erlebten die Be­sucher bei der Vorstellung von "Zwirbeldirn" am Samstag in der Aula der Volksschule Mitterfels.

    zw01Unkompliziert, unkonventionell und teilweise urkomisch wurde Volksmusik intoniert und interpre­tiert. Tosender Applaus zum Ende der Veranstaltung zeigte den Ver­antwortlichen des Förderkreises Öf­fentliche Bücherei Mitterfels, dass sie mit ihrer Auswahl wieder einmal goldrichtig gelegen waren.

    Zunächst lässt der Name "Zwir­beldirn" ein reines Frauenensemble erwarten, doch neben Beatrix Klöckner, Evi Keglmaier und Maria Hafner waren auch Kontrabassist Simon Ackermann und "der Bratsche Konrad" mit von der Partie. So widmeten die Streicherinnen diesem - in der Klassik eher vernachlässig­ten - Instrument gleich beim ersten Lied einen Solo-Part. Gleichzeitig wurden mit der Personifizierung der Bratsche die Besucher unmittelbar auf den besonderen Humor des Abends eingestimmt. Wenn auch nicht im Vordergrund, so zog sich das Thema "Frauen - Männer" doch wie ein roter Faden durch den Abend und kam sowohl in kleinen Text-Spitzen als auch in klaren An­sagen und in manchen Lied-Texten zum Ausdruck.

    zw04Nicht immer ging es dabei zim­perlich zu, wie das Lied von Metz­gerstochter Yvonne, die ihren Wick auf kunstvolle Weise zu Krautwickerl verarbeitete, bewies. Fast schon gesellschaftskritisch erschien das Stück "Dornresal forte", das von den verplanten Prinzen der Neuzeit berichtete, die weder zum Heckenschneiden, Mauern-Kraxln noch zum Busseln Zeit hätten, ge­schweige denn zum Heiraten.

    Eher zufällig, unvorbereitet wirk­te die Moderation durch den Abend, was man den drei Zwirbeldamen, die dazu zeitweise ein recht naives Lächeln aufsetzten, fast abgenom­men hätte, hätten sie nicht - zum Teil sehr überraschend - ihre mes­serscharfen, punktgenauen Pointen gesetzt. Der im Wesentlichen tro­ckene Humor fand seine Variationen manchmal auch im Deftigen und überschritt bisweilen sogar die Grenzen zum Makabren.

    Bei der Melodienauswahl konzen­trierten sich die jungen Musiker überwiegend auf echte Volksmusik, innerhalb der Lieder spielte man aber auch hier mit Variationen aus anderen Stilrichtungen. Beeindru­ckend waren die stimmliche Präg­nanz - insbesondere bei mehrstim­migen Stücken -, das Stimmvolu­men der Sängerinnen, das ohne Un­terstützung durch Tontechnik den Raum füllte, sowie der die Texte emotional interpretierende Tonfall, der gepaart mit ausdrucksstarker Mimik im Hinblick auf die schau­spielerische Aussage theatralische Gesten, Requisiten und Bühnenbild verzichtbar machte. Dabei reichte die Sprachpalette von Bayerisch über Böhmisch und Deutsch bis hin zu Englisch oder gar Serbisch und lässt für die zukünftige Entwicklung der jungen Truppe noch ein erweitertes Spektrum erwarten.

    Instrumental war die Ausrüstung ebenso spartanisch wie bei Maske, Kostüm und Requisite: Neben drei Geigen, einer Bratsche und dem Kontrabass kam - als Gag - nur noch eine Ukulele zum Einsatz. Um­so mehr überzeugte die Virtuosität auf den Instrumenten, die zum Schluss hin in ein wahres musikali­sches Feuerwerk mündete. Egal, ob bei lauten oder leisen Tönen, getra­genen, flotten oder rasanten Rhyth­men, ob in Dur oder Moll, stets spie­gelte sich die Freude am Musizieren auf den Gesichtern der jungen Ta­lente wider und übertrug sich auch auf die Zuschauer, die mit ihrem tosenden Applaus am Ende mehrere Zugaben erwirken konnten.

    Vereinsvorstand Heinz Ueker­mann und Konzertorganisator Paul Wintermeier bedankten sich nicht nur mit einem Präsent bei den Musi­kern für den äußerst kurzweiligen Abend, sondern auch bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern innerhalb und außerhalb des Vereins. Gerne nutzte man auch die Gelegenheit, für den Kabarett­abend mit Inge Faes am 2. April zu werben. Außerdem kündigte Heinz Uekermann für 5. Juni das 20-jähri­ge Vereinsjubiläum an, zu dem unter anderem das Puppentheater Karotte und Sepp Raith kommen werden.

    ( zur Vorankündigung der Veranstaltung )


    Bericht und Bild : kr (SR-Tagblatt, 10.2.2011)

     

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