Das historische Markt-Ensemble bei einem Spaziergang erkundet

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An Stationen Geschichte erläutert – 25 Jahre Arbeitskreis Mitterfels


25 Jahre Arbeitskreis Heimatgeschichte Mitterfels – aus diesem Anlass hatte der Arbeitskreis zu einem Spaziergang durch das historische Marktensemble Mitterfels organisiert. „Denn Mitterfels hat eine großartige Geschichte vorzuweisen“, sagte Vorsitzende Elisabeth Vogl zu den Gästen am Rathaus auf der Burg.


An zehn Stationen mit historischer Bedeutung ließen kompetente Vereinsmitglieder Geschichte und Geschichten lebendig werden. An diesem Rundgang nahmen 60 Personen, geführt von Herwig Hoinkes und Martin Graf, in zwei Gruppen teil und hatten viel Spaß am Entdecken, trotz strömenden Regens. Da zum „Tag des offenen Denkmals“ neben dem Burgmuseum auch die Hien-Sölde ihre Türen geöffnet hatte, fand die Abschlussveranstaltung mit Gewinnspiel zur Mitterfelser Geschichte in dem Haus statt, wo auch Führungen angeboten wurden. Ausgangspunkt des Spaziergangs war die Tafel „Schloss Mitterfels“, wo die Verwaltungsgemeinschaft Mitterfels ihren Sitz hat.

Herbert Becker erinnerte an vergangene Zeiten, als das Rathaus ein Pflegschloss und Gerichtsgebäude war, als es noch Türme und eine Holzbrücke gab. Mit dem Einsturz des mächtigen Bergfrieds 1812 sei die große Zeit von Mitterfels zu Ende gegangen. Seit 2003 sei die Marktgemeinde im Besitz der Burganlage, nach einer 700 Jahre langen Bedeutung mit vielen wichtigen Ämtern.


„Bei Wasser und Brot“

Dem schloss Becker einen Gang in das ehemalige Gefängnis mit Zelle, Zwinger und „Loch“ im Keller an, wo Delinquenten bei Wasser und Brot angekettet wurden.

Über den Turmstumpf, von dem nur noch Quader aus dem 12. Jahrhundert zeugen, wusste Matthias Kutzner Interessantes zu berichten. Auf Darstellungen der Burg von Franz Donauer oder Michael Wening ist die Burg auf dem Felsen noch in ihrer ganzen Größe zu sehen. Nächste Station war die Kirche Sankt Georg, als auf Betreiben von Landrichter Merkl 1805 Mitterfels Sitz der Pfarrei wurde. Graf wusste viele Details über den Schutzpatron am Hochaltar, der erst 1912 in die Kirche kam und die Deckengemälde aus dem 20. Jahrhundert.

Hingewiesen wurde auf ein Kirchenmodell von Sankt Georg, das irakische Flüchtlinge gebaut haben. Und im Kirchturm haben Turmfalken und Fledermäuse ein Zuhause gefunden. Von der ehemaligen Pfarrei Kreuzkirchen, dem alten Pfarrhof in Mitterfels, der 1824 neben der Georgskirche gebaut wurde, erzählte Edda Fendl viel Interessantes. Im alten Pfarrhof und in den Räumen des ehemaligen Lehrerwohnhauses befindet sich heute die Kreismusikschule. Ein imposantes Gebäude ist die Kastensölde, das ehemalige Kastenpropstamt und Wohnhaus der Familie Peter Stiegler. Im Rahmen einer umfassenden Sanierung habe er viel über das Haus in Erfahrung gebracht: Als „hülzernes Häusl“ sei es 1579 erstmals erwähnt worden.

Landpolizeistation bis 1960

Im ehemaligen Rentamt gegenüber seien Abgaben, auch in Naturalien, eingezogen worden, erzählte Gertrud Graf. Bis 1960 sei es Landpolizeistation gewesen, 1951 sei hier eine Arztpraxis eingerichtet worden. Heute ist es ein Wohnhaus. Zum Abschluss des Rundgangs informierte Elisabeth Vogl in der ehemaligen Hien-Sölde bei einem Herdfeuer über Wissenswertes vom ältesten Blockbau in Niederbayern.

 

Bericht und Bild : erö (SR-Tagblatt 12.9.2019