Sommerkonzert 2011 der Kreismusikschule


"Eine gute Saat ist hier aufgegangen - Geschwister-König-Musikpreis vergeben


Eigentlich hatten sich Ver­anstalter und Gäste auf ein Som­merkonzert im Burghof gefreut, aber das Wetter machte den Verant­wortlichen einen Strich durch die Rechnung, und so fand das Abschlusskonzert der Kreismusikschu­le (KMS) in der Aula der Volksschu­le statt. Weil das Programm ab­wechslungsreich, die Musiknum­mern anspruchsvoll und die Leis­tungen der Mitwirkenden sehr gut waren, wurde es trotzdem ein gelun­gener Abend. Landrat Alfred Rei­singer bewunderte nicht nur das ho­he Musikniveau der Schülerinnen und Schüler, sondern auch ihre Ru­he und Gelassenheit beim Spiel und sprach "von einer guten Saat, die hier aufgegangen ist".

Reisinger gratulierte auch den Preisträgern im Geschwister-Kö­nig-Gedächtnispreis, Anna Geb­hardt (Querflöte) und Philipp Loh­meier (Posaune) und überreichte ih­nen den ausgesetzten Geldpreis von je 1000 Euro. Preisträgerin Anna Gebhardt (Aiterhofen) ist 15 Jahre alt, Schülerin des Anton-Bruckner­Gymnasiums, hat mit fünf Jahren mit dem Klavierspiel begonnen, spielt seit 2004 Querflöte und seit 2006 Orgel. 2009 wurde sie Bundes­siegerin im Fach Orgel bei "Jugend musiziert" .

Philipp Lohmeier (Mallersdorf­-Pfaffenberg) ist 19 Jahre alt, hat gerade Abitur gemacht, ist seit 13 Jahren bei der Kreismusikschule und erhält seit sieben Jahren Posau­nenunterricht bei Frank Feulner. Außerdem spielt Philipp Cello und Klavier. "Sie haben Vorbildfunkti­on ", betonte Reisinger, an die Preis­träger gewandt. Der Geschwister-­König-Preis wurde zum 16. Mal ver­geben. 54 Teilnehmer bewarben sich, 32 qualifizierten sich für den zweiten Durchgang.

Alle Teilnehmer der Endrunde des Gedächtnispreises erhielten vom Vorsitzenden des Fördervereins der Kreismusikschule, Werner Lang, ei­nen Gutschein mit Urkunde. In den 21 Jahren ihres Bestehens hätten Tausende von Musikschülern die Schule durchlaufen, sagte Lang, der die Musikschule mit ins Leben geru­fen hatte. Ohne die KMS gäbe es kein Musiktheater, keine Big Band und kein Salonorchester in Mitter­fels. Heute träten die jungen Leute voller Selbstvertrauen auf - "eine Investition, die sich für den Land­kreis, die Marktgemeinde und die Eltern lohnt", betonte Lang.

Das 21. Schuljahr der Kreismu­sikschule sei ein arbeitsreiches und aktives Jahr gewesen, sagte Andreas Friedländer, der Leiter der Kreis­musikschule, und blickte zurück auf das Musikleben der letzten Monate mit dem Musiktheater „Dreigro­schenoper" , mit langen Proben und Gesangsausbildung, mit einem Or­gelkonzert von jungen Musikschülern in der Wallfahrtskirche auf dem Bogenberg, mit Auftritten des Sa­lonorchesters und der Big Band.

Mit ihren 26 Lehrerinnen und Lehrern habe sich die Kreismusik­schule zu einem wichtigen Kulturbetrieb im Landkreis entwickelt. Ein Musikinstrument zu erlernen, erfordere nicht nur viel Fleiß und Ausdauer, sondern  wirke sich auf das ganze Leben des Menschen posi­tiv aus. Dem konnte Landrat Alfred Reisinger nur zustimmen: Die Kreis­musikschule sei ein wichtiger Standortfaktor für den Landkreis geworden. Das Musikangebot sei umfangreich, das Geld gut angelegt.

Davon konnten sich die Zuhörer anschließend selbst überzeugen. Das kurzweilige, anspruchsvolle Pro­gramm bewies, dass das Niveau der gebotenen Musik mit jedem Jahr deutlich steigt. Ein weiterer positi­ver Aspekt der Musikschule: Hier wächst der Bläsernachwuchs für Musikensembles wie die Blaskapelle Mitterfels heran. Unterhaltsam und spannend war das Musikprogramm, angefangen mit zarten Tönen auf dem Marimbaphon über eine Ro­manze für Klarinette und Klavier bis hin zu einem klangvollen Trom­petenstück, dem irischen Touch von zwei Harfen und einem leichten Walzer auf der Gitarre.

Etwas gewöhnungsbedürftig die Stücke auf Drum-Sets, von jungen Musikschülern mit großem Ernst und Eifer vorgetragen. Die Geigen­minis überraschten durch ihren sau­beren Ton, und die Gitarrenspieler von Karl Weiser füllten mit fast 40 Mitwirkenden den ganzen Bühnen­vorraum. Das Vokalensemble von Klaudia Salkovic-Lang sang "Bridge over troubled water". Max Wolff bewies, dass er die Steirische schon gut beherrscht, und die Stubnmusik von Inge Heinrich de­monstrierte, dass auch erwachsene Schüler in der KMS einen Platz ha­ben.

Ein Nachwuchstalent auf der Trompete.ist Hanna Eickmeyer, die mit sauberen Tönen die schwierigen Sprünge eines schön groovigen Stü­ckes meisterte. Nach der Preisverlei­hung war dann die Stunde der Preis­träger gekommen: Philipp Lohmeier zeigte sein Können auf der Posaune mit einem glanzvollen, schnellen Concertino von Sachse, hervorra­gend am Klavier begleitet von Vere­na Dobmeier. Dem folgte eine mo­derne Fantasie für Posaune, schwie­rig zu spielen, die dem Spieler viel abverlangte. Anna Gebhardt begeis­terte die Zuhörer mit einem feder­leichten, beschwingten Stück von Mouquet und bewies, dass ein Stück für Panflöte auch auf der Querflöte gut klingt. Anna gibt im Rahmen von Blueval am 11. September in der Wallfahrtskirche auf dem Bogen­berg ein Orgelkonzert.


 

Bericht und Bild : erö (SR-Tagblatt, 23.7.2011)