Michl Müller war im Wirtsstadl zu Gast

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"Nichts ist mehr normal"

 

Vor zwei Jahren war er schon mal da, der fränkische Kabarettist Michl Müller, begeisterte sein Publikum und sorgte in Mitterfels-Scheibelsgrub für ein volles Haus. Jetzt war er wieder zu Gast im Wirtsstadl von Traudl und Norbert Gürster und hatte von der ersten Minute an das Publikum auf seiner Seite.

Das neueste Programm von Michl Müller steht unter dem Motto "das wollt' ich noch sagen", und zu sagen hat er wieder viel, der selbst ernannte "frängische Dreggsagg" . Aber zuerst wollte er sich ausschütten vor Lachen über Dunk und "Scheibelsgrow", wo die Welt anscheinend noch in Ordnung ist.

 

Michl Müller ist bestens informiert über das politische Tagesgeschehen und sprudelt nur so über vor Anzüglichkeiten und Pointen zu bekannten Promis. "Es ist Wahlkampf. Machen wir Revolution", meint er kämpferisch und schießt Breitseiten ab ganz unvermutet gegen Michael Glos. Der sollte besser ein Schlafseminar leiten. „De Bolidiger halten alle nur Vorträch", meint er im schönsten Fränkisch. "Und de Dreggsegg werden immer mehr. Ich hab's nur auf dem T-Shirt stehen", meint Müller mit einem Seitenblick auf Uli Hoeneß.

Die Bundeswehrdrohnen sollten zum TÜV, auf der Lasagne muss künftig der Gehalt an PS angegeben werden und Champagner soll gut sein gegen Demenz. "Früher hat man den getrunken, um zu vergessen. Nix is mehr normal in Deutschland", meint Michl Müller.

 

Er wundert sich über die vielen Freunde im "Fazebock" und wünscht sich, dass einmal die Promis in "Deutschland sucht den Superstar" abgeschossen werden. So klammheimlich versteckt Müller seine Kritik an unserem alltäglichen Wahnsinn. Er spielt auf der Bühne kleine Szenen vor von der neuen Nachbarin Dörte, singt ein fränkisches Lied im Reggaestil, und das Publikum darf mitmachen. Auch freuen tut sich der Michl: Eigentlich ist die Welt untergegangen. Aber wir habens nicht gemerkt. Michl Müller schaut dem Volk aufs Maul und bringt das, was er sieht, manchmal gut versteckt, und meist in ganz neuer Perspektive unter die Leute. Atemberaubend ist das Sprechtempo und rasant der Dauerlauf auf der Bühne. Sein Publikum dankte es ihm mit ganz viel Beifall.

Ein weiteres kabarettistisches Ereignis findet am Freitag, 20. September, um 20 Uhr im Wirtsstadl statt: Dann präsentiert Rolf Miller sein aktuelles Programm "Tatsachen".

 

Bericht und Bild : erö (SR-Tagblatt, 12.7.2013)