Bastian Lange vom Jobcenter referierte beim Treffen des großen Helferkreises

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Qualifikation schrittweise aufbauen

Die Anerkennungsverfahren, besonders der syrischen Migranten, seien zeitlich sehr verkürzt worden.

Jetzt gehe es darum, Möglichkeiten für eine Berufsausbildung und Unterbringung zu ermitteln, hat Heinz Uekermann beim Treffen des großen Asyl-Helferkreises in der historischen Hien-Sölde ein wichtiges Thema angesprochen.

Bastian Lange, Geschäftsführer der Jobcenter Straubing und Bogen, der mit seiner Kollegin Natalie Ungurjan, Koordinatorin Migration, vor Ort war, lobte die Mitterfelser Helfer für ihre großartige Vorarbeit beim Ausfüllen der Anträge und anderer Formulare. Das erleichtere die Arbeit der Bewilligung sehr, so Lange. Mit der Anerkennung ende der Status des Asylbewerbers und damit die Zuständigkeit des Landratsamtes. Aus der Aufenthaltsgestattung werde die Aufenthaltsgenehmigung. Das bedeute, dass jeder Migrant die gleichen Rechte wie ein Arbeitsloser hat und Leistungen wie Arbeitslosengeld nach dem Sozialgesetzbuch bekommen kann. Die Asylantenunterkunft steht dann nicht mehr zur Verfügung. Ein Sonderfall seien unbegleitete Jugendliche bis 18 Jahre, die dem Jugendamt unterstehen. Wichtig sei nun die Fiktionsbescheinigung mit Identitätsnachweis und Lichtbild sowie die Eröffnung eines Kontos für den bargeldlosen Zahlungsverkehr. Im Jobcenter sei man bemüht, in Einzelgesprächen mit Dolmetschern die Anträge auf Arbeitslosengeld so schnell wie möglich zu bewilligen. Inzwischen gebe es auch Ausfüllhinweise in Arabisch. Eine Vermögensprüfung werde es nicht geben, Voraussetzung für Leistungen sei die Hilfsbedürftigkeit.

Integrationskurs ist Pflicht

In Sachen Unterbringung empfahl Lange, den Mietvertrag vor Unterzeichnung dem Jobcenter vorzulegen, um Mietwucher vorzubeugen. In Straubing sei sozialverträglicher Wohnraum knapp. Lange wies auch auf die Meldepflicht der Migranten hin, „das ist wichtig für die Verfügbarkeit für einen Job“. Nicht zu vergessen die Sprachkurse: Ein Integrationskurs sei Pflicht für jeden arbeitswilligen Migranten, so Lange. Zur Sprache kam auch die Möglichkeit von Minijobs, Praktika-Maßnahmen und verschiedenen Zuschüssen auch für Arbeitgeber. Migranten würden wie jeder andere ungelernte Arbeitslose erfasst und vermittelt. Allerdings sei nur die klassische, berufsbildende Ausbildung förderbar. „Die Migranten lernen voller Eifer“, meinte Uekermann mit dem Hinweis auf die regelmäßigen Computer-Sprachkurse in Mitterfels. Man war sich einig: „Wir wollen Schritt für Schritt die Qualifikation aufbauen.“ Helma Kreß vom neu gegründeten Asyl-Kulturkreis gab bekannt, dass im „Haus des Gastes“ ein offener Treff für Migranten und Bürger geplant ist, um ins Gespräch zu kommen. Auch Musik und Tanz seien vorgesehen. Die Asylbewerber, die sich kaum kennen, sollten ebenfalls Kontakte knüpfen können. Dann könnten die vorhandene Tischtennisplatte und der Billardtisch genutzt werden. Auf der Wunschliste steht ein Kickertisch. Zurzeit werde ein Raum in der Wohnanlage als Aufenthaltsraum saniert, so Uekermann.

Musikunterricht im Angebot

Erfolgreich sind die Pläne von Wolfgang Hammer, Musikunterricht an Geige und Gitarre anzubieten. Reinhold Stocker vom Pädagogisch-therapeutischen Zentrum in Straubing, das acht Jugendliche betreut, sprach von Schwierigkeiten, die aber durch ein klares Leistungssystem weitgehend behoben werden konnten.

Ein besonderer Dank galt Hausmeister Helmut Stumhofer für die verlässliche Zusammenarbeit. Erfreulich sei, dass sich immer wieder neue Mitglieder beim Helferkreis meldeten.

Bogener Zeitung , 27.11.2015